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als ausblick auf kommendes


es gibt so wenig
was am ende
noch zu sagen bleibt
nach all den worten
die aus dem schatten traten
und doch nie im licht erstrahlten

es war H der am tage
vor seinem ableben schrieb

ich nehme abschied von
den strohhalmen die ich
am wegrand aufgelesen habe


ja es sind die halme
die halt geben
dem ertrinkenden
nachts
bei regen

vielleicht hat es geregnet
als L mit seinen geistern rang
eines tages aufstand
von seinem tisch
und das spiel verließ
mit den worten

ich bin wütend
und ich bin müde
die ganze zeit
und ich wünschte
es gäbe einen pakt
zwischen deiner liebe
und der meinen


ja so ist das am ende
mit der liebe
wir nehmen sie mit
auf unseren letzten weg
ohne ausklang
und schlussakkord

und wenn am feierabend
das wünschen
nicht mehr hilft
das leben
lange schatten wirft
und sich vergeht
an den erinnerungen
und aus der dunkelheit
des vergessens im letzten atemzug
die welt wie ein
karussell sich dreht
dann klingt ein heller glockenschlag
den ein freund
mit A
zu lebzeiten
erklingen lässt
freundlich und abgeklärt
es ist kein wildes leben das wir leben
und es ist kein stück vom glück
es ist das eine große beben
dass vom tod nichts kommt zurück


und vielleicht ist der tod
ja wie der schnee den S
mit mühelosen worten fing
als wär der tod
so unschuldig und leicht
wie eine feder
die schwebt und
niemals fällt

die landschaft gibt
ihre strenge auf draußen
drinnen ein herz das noch
einmal aussetzt
ein seufzen als ginge eine
übers eis davon


davongehen
das liest sich tröstlich und doch
bleiben letzte worte
am horizont
ein dünner lichtstreif den F
in mitten seiner not
als hoffnung formulierte

unsere worte müssen sein
wie eine axt für
das gefrorene meer in uns


Raimund [Bahr]


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